15. Juni 2026 – Wo normalerweise klassische Werke von Brahms, Händel oder Beethoven erklingen, drehte sich am vergangenen Sonntag alles um Achterbahnen, Freizeitparks und epische Soundtracks.

Beim ausverkauften „Coasters in Concert“ verwandelten das Sinfonieorchester Hannover und der Chor der Leibniz Universität Hannover mit über 150 Musikerinnen und Musikern den Großen Sendesaal des NDR in Hannover in eine musikalische Erlebniswelt für Freizeitparkfans.
Mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher feierten hier am 14. Juni 2026 die "Weltpremiere" eines außergewöhnlichen Konzertprojekts: Erstmals wurden Soundtracks bekannter Achterbahnen aus den fünf großen Freizeitparks Deutschlands live von einem Sinfonieorcheste aufgeführt.
„Das ist jetzt nicht so ein Jahrmarkt-Gedudel, sondern große, orchestrale Soundtracks, wie man sie aus dem Kino kennt“, erklärte Tobias Rokahr im Vorfeld gegenüber dem NDR. Tatsächlich stammen zahlreiche Soundtracks deutscher Top-Achterbahnen aus der Feder der Brüder Andreas und Sebastian Kübler. Ihren ersten Achterbahn-Soundtrack schrieben sie 2011 für den Dive-Coaster „Krake“ im Heide Park.
Durch den Abend führte NDR-Kultur-Moderator Philipp Schmid. Zwischen den musikalischen Darbietungen gaben auch Dirigent Tobias Rokahr sowie die Komponisten Andreas und Sebastian Kübler interessante Einblicke in die Entstehung des Projekts und der Soundtracks.
Besonders wurde es mehrmals für Fans des Heide Parks, als die Musik von „Flug der Dämonen“, „Colossos“ und „Krake“ erklang. Diese sind natürlich bestens bekannt. Sie begleiten uns seit Jahren in den Warteschlangen der Achterbahnen und sorgen bei dem ein oder anderen auch zu Hause für Heide Park-Feeling.
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Für das Konzertprojekt arrangierte Rokahr die Werke eigens für Orchester und Chor. Nach eigenen Angaben investierte er rund ein Jahr Arbeit, um die Kompositionen nach Gehör zu transkribieren und für die Live-Aufführung vorzubereiten.
Neben den Heide Park-Kompositionen waren auch Soundtracks weiterer bekannter Attraktionen wie „Nessie“ im Hansa-Park, „Blue Fire“ im Europa Park, „Star Trek – Operation Enterprise“ im Movie Park Germany oder „Taron“ im Phantasialand Teil des Programms. Für die Musikerinnen und Musiker stellte die Aufführung nach Aussage von Dirigent Tobias Rokahr eine besondere Herausforderung dar. Die Stücke zeichnen sich durch zahlreiche Tempowechsel, starke Dynamik und schnelle Stimmungswechsel aus. Wie eine echte Fahrt in der Achterbahn.
Bei „Flug der Dämonen“ sorgten die kraftvollen und zugleich mystischen Chorpassagen für Gänsehautmomente und verliehen dem ohnehin emotionalen Soundtrack noch einmal eine ganz neue Dimension.
Das Publikum dankte den Musikerinnen und Musikern mit lautstarkem Applaus und mehrfachen Standing Ovations. Während der musikalischen Darbietungen herrschte ansonsten konzentrierte Stille im Saal. Eine Ausnahme gab es jedoch: Beim Soundtrack der Wildwasserbahn „Chiapas“ aus dem Phantasialand wurde das Publikum selbst Teil der Aufführung. Auf Aufforderung von Tobias Rokahr stimmten die über 1.000 Besucher lautstark in die bekannten „Chiapas“-Rufe ein und sorgten damit für einen der vielen besonderen Momente an diesem Abend.
Ob „Coasters in Concert“ eine Fortsetzung erhält, ist bislang nicht bekannt. Nach dem großen Zuspruch und der restlos ausverkauften Vorstellung dürfte das Interesse an weiteren Konzerten dieser Art jedoch groß sein.
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